Vor Jahren wurde ich gebeten, einen Text über meine Arbeit zu schreiben.

Ich tat mich schwer damit und beschrieb, welchem Zickzackweg ich gefolgt war, um Töpferin zu werden.
Vermied Gegenwart.

Ich verwendete die Formulierung, dass ich ständig auf der Suche nach schönen Töpfen gewesen sei.

Das ist Jahre her und wenn ich jetzt darüber nachdenke, so gilt dieser Satz immer noch ...

Ich hab immer weiter gesucht: gute Töpfe - (auch anderes …).

Und fasziniert bin ich, wie gerade die Keramik dem Wandel der Zeiten unterliegt. Welche Fülle von Einflüssen, welche Vielfalt! So schreitet das Leben unaufhaltsam voran, macht atemlos auch vom Erstaunen und Empfinden tiefen Glückes angesichts eines Topfes, der die Augen leuchten, das Herz hüpfen macht! Meine Sehnsucht sucht sehr stille Töpfe.

Angesichts des Meeres an schon Existierendem fühle ich wie viele meiner Kollegen die Herausforderung, einen eigenen Ausdruck zu finden.

Eine lebenslange Aufgabe: nicht zu kapitulieren, weiter zu suchen, die Frustration des nicht Gelungenen und des auf der Stelle Tretens zu ertragen.

(auch die Einsamkeit des Werkstattlebens)

Einen Topf zu machen, welcher in aufregender Weise Vieles in sich vereint: er soll frisch gedreht sein, voller Spannung. Die Auswahl des Tones muss mit dem Brennverfahren und dem daraus Erschaffenen in Einklang stehen, die Glasur möge es umhüllen und ihm ein passendes Gewand sein. Das Abenteuer Henkel! Verzicht auf Bemalung? Funktioniert das Ergebnis für seinen Benutzer?

Und der Topf soll so gut und einfach sein wie für mich eben möglich im Augenblick.